Fehler beim Immobilienkredit vermeiden

Viele Menschen träumen von den eigenen vier Wänden. In der Regel müssen sie für ihr Eigenheim dann auch einen Kredit aufnehmen. Jedoch ist hier Vorsicht geboten, denn durch Fehler kann eine Baufinanzierung schnell zusätzlich viele Tausend Euro kosten.

Wir haben Ihnen nachfolgend einige Tipps aufgelistet, die Sie unbedingt berücksichtigen sollten.

Vollständiger Finanzierungsplan notwendig

Es ist wichtig, dass Sie auch alle Kosten planen, denn der Immobilienpreis hängt nicht nur vom Kaufpreis des Grundstückes ab, sondern daneben entstehen noch weitere Kosten. Dazu zählen unter anderem die Grunderwerbssteuer mit 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises, sie variiert von Bundesland zu Bundesland. Weiterhin müssen bei der Planung 1 bis 2 Prozent Notar-Gebühren und vielleicht auch anfallende Maklerkosten berücksichtigt werden. Ebenfalls sollten Sie Kosten für die Einrichtung Ihres Traumhauses, mögliche Renovierungsarbeiten und auch die Umzugskosten nicht vergessen.

Kosten im “Festpreis” berücksichtigen

Der Bauherren-Schutzbund empfiehlt eine lückenlose Prüfung des Festpreises, ob auch wirklich alle Kosten enthalten sind. Mitunter kann es nämlich noch zu zusätzlichen Kosten kommen, wie beispielsweise Kosten für die Erschließung des Grundstückes und auch die Einrichtung und Unterhalt einer Baustelle.

Empfehlenswert ist es daher den Finanzierungsplan von einem unabhängigen Experten prüfen zu lassen, da diesem versteckte Kosten auffallen würden.

Fehlendes Eigenkapital

Sie sollten immer bedenken, dass durch vorhandenes Eigenkapital ein Teil des Kaufpreises übernommen werden kann und dann dadurch während der Finanzierungsphase dementsprechend geringere Kosten anfallen. So können Sie schnell bei einer kompletten Finanzierung der Baukosten über einen Kredit 0,5 bis 1 Prozentpunkte mehr Zinsen zahlen, im Vergleich zu einer beispielsweisen 80-prozentigen Finanzierung.

Bei Ihrem Eigenkapital sollten Sie auf alle Fälle niemals zu knapp planen, denn es sollten wenigstens zehn bis 20 Prozent des Kaufpreises über das vorhandene Eigenkapital abgedeckt werden. Hier gilt die Faustregel: Je mehr, desto besser.

Lebensunterhaltungskosten richtig einschätzen

Bei Ihrer Planung dürfen Sie Ihre Lebensunterhaltungskosten nicht vergessen, um die Bau – und Finanzierungsphase richtig planen zu können. Dazu stellen Sie am besten alle Ein- und Ausgaben der letzten Jahre gegenüber. Mit Hilfe von Kontoauszügen können Sie dann den Überschuss berechnen. Wichtig ist, dass dieser reichen muss, alle Kreditraten und Bewirtschaftungskosten finanzieren zu können.

Vorsicht bei zu niedrigen Tilgungsraten

Manche Banken verlangen mitunter doch sehr geringe Beträge, die dann jährlich von Ihnen getilgt werden müssen. Natürlich sind solche Raten sehr verlockend, da monatlich dann in der Regel nur kleine Beträge anfallen. Allerdings zieht sich in solchen Fällen die Tilgung sehr lange hin und sie ist dabei auch anfällig für Zinsanstiege.

Empfehlenswert ist es, dass mindestens zwei bis drei Prozent Tilgungsraten monatlich erfolgt. Besonders wichtig ist eine hohe Tilgungsrate, wenn Sie die Immobilie als Ihre Altersvorsorge nutzen wollen, damit der Kredit dann auch bei Renteneintritt abbezahlt ist.

Keine kurzfristige Zinsbindung

Eine kurzfristige Zinsbindung kann zwar attraktiv sein, da diese auch mit niedrigen Zinssätzen verbunden ist. Allerdings kann es dann passieren, dass nach Ablauf der Zinsbindung der Zinssatz deutlich ansteigt. Mitunter kann dann das Eigenheim schnell auf der Kippe stehen.

Sie sollten daher generell mit einer längerfristigen Zinsbindung planen. Es kommen dann zwar kurzfristig höhere Kosten auf Sie zu, aber es ist in jedem Fall sicherer.

Sondertilgungen nutzen

Teilweise kann während einer Zinsbindung keine Änderung der Tilgungsraten erfolgen. In der Regel sind aber flexiblere Raten für Sie als Kreditnehmer besser, denn so können Sie dann auch schneller flexibel auf Ihre eigene Situation reagieren.

Kosten durch hohe Bereitstellungszinsen beachten

Teilweise berechnen manche Banken höhere Bereitstellungszinsen für ein Darlehen als die eigentlichen Zinsen, daher entstehen schon hohe Kosten zu Beginn der Bauphase.

Sie sollten immer bei einer Kreditaufnahme darauf achten, ab wann die Bereitstellungszinsen fällig werden. Nach Möglichkeit versuchen Sie diesen Zeitpunkt lange aufzuschieben.

Staatliche Förderung nutzen

Die Zinssätze sind bei staatlichen Fördergeldern deutlich günstiger als bei den Hausbanken. Hauptsächlich Familien mit Kindern und auch Bauherren energieeffizienter Bauten erhalten günstige Zuschüsse.

Die Internetseite „baufoerderer.de“ stellt Ihnen verschiedene Angebote des Bundes vor. Ratsam ist auch immer eine Anfrage bei den örtlichen Ämtern.

Angebote immer vergleichen

Sie sollten bei einer Baufinanzierung nicht nur das Angebot Ihrer Hausbank in Betracht ziehen, sondern vergleichen Sie hier immer die Kredite von verschiedenen Banken. Es lohnt sich meistens und Sie können so auch Kosten sparen.

Verschiedene Kreditvermittler haben sich auch auf Baufinanzierungen spezialisiert. Hier können Sie schnell einen Überblick über die unterschiedlichsten Möglichkeiten erhalten.

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