Sollte die Grundschuld aus dem Grundbuch ausgetragen werden?

Hauseigentümer zahlen mitunter über Jahrzehnte den Kredit für die eigenen vier Wände ab. Wenn nun der Kredit endlich getilgt ist, dann ist das Haus oder die Eigentumswohnung auch lastenfrei. Das saubere Grundbuch symbolisiert, dass das Darlehen komplett zurückgezahlt ist und es kann kein Dritter mehr eine Zwangsversteigerung durchführen. Allerdings ist es nicht zwingend notwendig, die Grundschuld austragen zu lassen. Mitunter kann dies sogar noch Vorteile bringen.

Welche Vorteile bringt das Bestehen lassen der Grundschuld?

Eine weiterbestehende Grundschuld kann für eine neue Finanzierung genutzt werden. Daneben kann man auch das Geld für die Löschung sparen, da keine Gebühren für das Austragen entstehen. Normalerweise werden diese nicht nur beim Grundbuchamt, sondern auch beim Notar fällig. In der Regel verlangen Notare hier ungefähr 0,2 Prozent der eingetragenen Grundschuld und das Amt ebenfalls. Da können bei einer Grundschuld von 150.000 Euro schnell 600 Euro zusammen kommen.

Wie schon bemerkt kann die fortbestehende Grundschuld auch gleich für eine neue Finanzierung, beispielsweise für Modernisierung und Umbau verwendet werden. In diesem Fall gilt sie dann wiederum als Sicherheit für den neuen Kredit. Sie kann aber auch beim Kauf einer Immobilie eingesetzt werden. Die Grundschuld wird dann praktisch neu belebt und es ist in der Regel kein neuer Eintrag mehr notwendig. Es entfallen demzufolge dann auch weitere Gebühren für den Notar und das Grundbuchamt. Kurz gesagt: Der Hausbesitzer hat hier zweimal gespart. Kosten für die Löschung und den Neueintrag sind entfallen.

Keine Kosten für Neubestellung

Gut funktioniert diese Methode immer in Zusammenarbeit mit der Bank, die bereits den alten Kredit bewilligt hat. Natürlich besteht hier auch die Möglichkeit, die ursprüngliche Grundschuld auf ein anderes Institut zu übertragen. Jedoch sollte man dann beachten, dass eine solche Absicherung eines neuen Darlehens mit höheren Kosten verbunden ist als eine Neubestellung, also es ist nicht unbedingt empfehlenswert. Ein Institutswechsel bei Umschuldung oder auch Auslaufen der bisherigen Finanzierung sollte immer gut überlegt sein. In erster Linie hängt es von den Konditionen ab.

Was passiert mit der bestehenden Grundschuld bei einem Immobilienverkauf?

Sollte ein Verkauf der Immobilie anstehen, dann ist es immer sinnvoll, auch die bestehende Grundschuld an den Käufer weiterzureichen. Man bezeichnet dies als Grundschuldabtretung. Es wird dann lediglich vermerkt, dass die eingetragene Grundschuld an den Kreditgeber des Käufers abgetreten wurde.

In diesem Fall sparen der Verkäufer und auch der Käufer. Bei einem Wert von

150.000 Euro spart der eine 300 Euro für die Löschung und der Erwerber sogar 600 Euro für die Notargebühren und Gebühren für das Amt für einen Neueintrag. Er übernimmt dann lediglich die Gebühren für die Abtretung, in diesem Fall 300 Euro. In der Regel stellt es bei den Banken kein Problem dar, denn die Kreditsicherheit über die Immobilie bleibt gewährleistet. Falls nun beide Parteien Kunden beim gleichen Geldinstitut sind, dann entfällt die Abtretung.

Mit bestehender Grundschuld den Immobilienerwerb der Kinder absichern

Die bereits bestehende Grundschuld kann auch an die eigenen Kinder zur Absicherung von Krediten abgetreten werden, beispielsweise als Zusatzsicherheit für deren Hauskauf. Die Grundschuld kann ganz oder auch nur teilweise abgetreten werden, so dass die Eltern dann den Rest noch für ein eigenes Darlehen nutzen können.

Experten raten, dass eine Grundschuld eigentlich nur gelöscht werden sollte, wenn man sich sicher ist, diese nie wieder zu nutzen.

Hingegen sieht es anders aus, wenn mehrere Eigentümer vorhanden sind. In der Bestellungsurkunde der Grundschuld lautet eine Klausel, dass der Kreditnehmer sich der Zwangsvollstreckung über sein gesamtes Vermögen unterwirft. In diesem Fall würde dies bedeuten, dass alle Eigentümer für die Schulden des Einzelnen haften. Sie könnten am Ende dann das Haus verlieren. Hier ist es angebracht, nach der Tilgung des Darlehens die Grundschuld austragen zu lassen.

Löschungsbewilligung immer von der Bank einholen

Experten empfehlen jedoch, dass nach der vertragsgemäßen Tilgung des ursprünglichen Kredits eine Löschungsbewilligung von der Bank eingeholt wird. Der Kreditgeber erklärt darin, dass er mit der Löschung einverstanden ist. Durch diese Löschungsbewilligung gewinnt der ehemalige Kreditnehmer dann eine Handlungsfreiheit für alle Optionen. Wichtig ist, dass das Dokument sicher aufbewahrt wird, denn es kann zu Problemen bei der Wiederbeschaffung kommen.

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