Neben den reinen Baukosten beim Bau eines Eigenheims entstehen noch weitere Belastungen durch Nebenkosten, Architektenhonorare, Steuern, Kosten für Grundstück und Außenanlagen. Ebenfalls dürfen die Finanzierungskosten nicht unterschätzt werden, diese treiben den Preis für das eigene Haus nochmals in die Höhe.

Finanzierungskosten richtig kalkulieren

Hauptsächlich werden Bauvorhaben meist über Fremdmittel finanziert. Angebote finden Bauherren dafür unzählige, es gilt nun hier ein attraktives Angebot zu finden. Bei einer Immobilienfinanzierung können schon kleine Unterschiede bei den Zinsen, über die Jahre hinweg erhebliche Kostendifferenzen verursachen. Generell muss immer ein Augenmerk auch darauf liegen, dass die monatlichen Raten für die Bankfinanzierung dann auch in Zukunft tragbar bleiben.

Bauherren sollten daher bei einer Finanzierung einiges beachten. Maßgebend ist hier nicht nur die Ermittlung der maximalen Darlehenshöhe, sondern daneben sollten auch Angebote genauestens verglichen werden und bei der Planung ebenfalls Fördermittel wie KfW-Darlehen und andere Zuschüsse berücksichtigt werden.

Kosten für den Grunderwerb

Bevor der Hausbau nun richtig losgehen kann, muss ein passendes Grundstück erworben werden. Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten, einerseits kann ein Grundstück vom Bauherren selbst gekauft werden, um darauf mit einem Architekten oder auch Fertighausherstellers, ein Haus zu errichten. Daneben ist es aber auch möglich, mit einem Bauträger zu bauen. Beides, Grundstück und Haus kommen dann vom Bauträger. Für welche Möglichkeit des Grunderwerbs sich ein Bauherr nun entscheidet, ist hauptsächlich auch eine Kostenfrage. Bei einem separaten Kauf eines Grundfläche muss dann lediglich nur auf den Grundstückspreis eine Grunderwerbssteuer gezahlt werden. Diese ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und beträgt zwischen 3,5 und 6,5 Prozent. Sollte nun mit einem Bauträger gebaut werden, dann muss die Grunderwerbssteuer immer auf den Komplettpreis entrichtet werden. Daneben fallen dann auch noch weitere Kosten an, wie Notar- und Gerichtskosten, gegebenenfalls auch eine Provision für den Makler.

Bevor dann endlich mit dem Hausbau begonnen werden kann, muss mitunter das Grundstück noch eingemessen werden. Empfehlenswert ist in manchen Fällen auch die Erstellung eines Bodengutachtens. Hier kann man dann nochmals jeweils mit einigen hundert Euro rechnen.

Ohne Versicherung geht nichts

Jeder Hausbau ist mit verschiedenen Risiken verbunden. Wichtig ist es, dazu auch die richtigen Versicherungen abzuschließen, unter anderem gegen Unfälle, Naturkatastrophen und Feuer während der Bauphase. Ebenfalls sollte der Abschluss einer Bauherrenhaftpflichtversicherung nicht vergessen werden. Diese zahlt für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die von der Baustelle ausgehen. Weitere notwendige Versicherungen wären die Bauleistungsversicherung, die zahlt bei Schäden am Gebäude selbst und die Feuerrohbauversicherung. Diese kommt für Schäden durch Feuer, Blitzeinschläge und Explosionen auf.

Wenn die Bauarbeiten dann abgeschlossen sind, sind neue Versicherungen notwendig. Dazu gehören unter anderem die Wohnraumgebäudeversicherung, Gebäudehaftpflichtversicherung und in den meisten Fällen ist auch eine Hausratversicherung empfehlenswert.

Baukosten, Zahlungsplan, Festpreis

Die Kalkulation der Baukosten hängt in erster Linie immer davon ab, ob der Hausbau mit einem Architekten, einem Bauträger oder Fertighausanbieter vonstattengeht.

Bei Fertighäusern erfolgt ein Angebot in der Regel zum Festpreis. Je Nach Baufortschritt sind dann die Kosten gemäß eines Zahlungsplanes zu entrichten. Bauherren sollten hier immer einen Zahlungsplan nach der Makler und Bauträgerverordnung (MaBV) vereinbaren.

Falls nun mit einem Architekten gebaut wird, muss ein Architektenhonorar gezahlt werden. Das wird jeweils nach der Honorarverordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) abgerechnet. In der Regel beträgt es 15 Prozent der Baukosten.

Die Handwerker der einzelnen Gewerke werden separat bezahlt. Hierbei hängen die Kostenanteile, welche für die verschiedenen Handwerksbetriebe fällig werden, von unterschiedlichen Faktoren ab, beispielsweise von der Ausstattung oder den verwendeten Baumaterialien. Im Durchschnitt kann man ungefähr mit folgenden

Kostenanteilen rechnen:

  • Für den Rohbau inklusive Keller etwa 40 bis 50 Prozent.
  • Für die Installation der technischen Anlagen wie Heizung, Elektro- und Sanitäranlagen etwa 15 bis 20 Prozent.
  • Für den Innenausbau etwa 40 Prozent, immer in Abhängigkeit der Ausstattung.

Die Kostenanteile beziehen sich hier immer auf die reinen Baukosten.

Kosten können immer gesenkt werden, wenn eine sorgfältige Planung und der Vergleich von Bankangeboten, aber auch Angeboten der einzelnen Gewerke erfolgt. Natürlich kann auch Eigenleistung auf der Baustelle  und die Durchführung bestimmter Arbeiten, bei Teilen des Innenausbaus, Geld sparen.

Selbstverständlich hängt es immer vom Geschick der Bauherren ab, aber auch vom Gewerk, wie viel Kosten durch Eigenleistung eingespart werden können. Beispielsweise sind beim Einbau von Fenstern und Türen die Handwerkerkosten in der Regel geringer, als die Materialkosten. Hingegen ist es bei den Malerkosten genau umgekehrt.

Zusätzliche Kosten während der Bauphase

Trotz einer guten Kalkulation vor oder zu Beginn der Bauphase, werden während dieser immer noch zusätzliche Kosten fällig, die der Bauherr nicht bedacht hat:

  • Falls das Haus unterkellert ist, muss das überschüssige Erdreich abtransportiert werden. Man kann hier je nach Volumen mit drei- oft auch vierstelligen Summen rechnen.
  • Auch die Anschlusskosten von Gas, Wasser und Strom können oft vierstellig sein. Daneben wird auch noch Baustrom, gegebenenfalls auch eine mobile Toilette benötigt.
  • Natürlich darf auch das Richtfest nicht vergessen werden.
  • Falls der Innenausbau beschleunigt werden soll, muss nach den Verputzarbeiten ein Bautrockner eingesetzt werden. Hier fallen dann die Gerätemiete und Stromkosten an.
  • Sollte die Endreinigung nach Abschluss des Innenausbaus nicht vom Bauherren selbst durchgeführt werden, kommt nochmals eine dreistellige Summe dazu.

Kosten für Garten, Garage und Carport

Die Kosten für die Außenanlagen dürfen niemals unterschätzt werden. Je nach Anspruch des Bauherren können diese sehr stark variieren. Beispielsweise gibt es schon im Baumarkt Carports zum Selbstaufbau für einige hundert Euro. Anders sieht es dann schon aus, wenn das Carport individuell geplant und anschließend von Handewerkern gebaut wird, schnell kommt hier eine vierstellige Summe zusammen.

Höhere Kosten sind zu erwarten, wenn der Bauherr für sein Fahrzeug eine Garage bevorzugt. Es gibt hier schon preiswerte Fertiggaragen aus Blech für unter 1.000 Euro, etwas anspruchsvollere kosten dann schon zwischen 2.000 und 4.000 Euro. Teurer wird es dann bei individuell geplanten und gemauerten Garagen. Meist fallen hier Kosten im fünfstelligen Bereich an.

Nicht zu vergessen sind dann noch die Kosten für die Außenanlage, Begrünung und Pflasterarbeiten. Die Kosten können hier sehr stark variieren, je nach Größe des Gartens und Aufwand. In der Regel können bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus schnell Kosten im fünfstelligen Bereich anfallen. Meist gibt es hier aber auch Arbeiten, die vom Bauherren selbst erledigt werden können, dadurch kann auch viel Geld gespart werden.

Alternative: Haus kaufen

Wer sich nun dem Stress bei einem Hausbau nicht aussetzen will, kann alternativ auch ein bereits bestehendes Haus kaufen. Hier gibt es dann zwei Möglichkeiten, entweder ein schon renoviertes, gleich zum Einzug oder ein sanierungsbedürftiges Objekt. Hier wären dann aber auch genaue Kalkulationen für die Sanierungskosten erforderlich.

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