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Die Lage im Wohnungsbau verschlimmert sich

Lage im Wohnungsbau
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Christoph Doering

Immobilienmakler

Letztes Update: 2. Februar 2024

Lesedauer: 4 Minuten

Im Wohnungsbau verschärft sich die Lage auch weiterhin. So werden immer weniger Neuaufträge erteilt und bestehende Aufträge storniert. Das liegt einerseits an den massiv gestiegen Zinsen. Andererseits tragen die allgemein hohen Baukosten zum neuen Negativrekord in der Branche bei. Es scheint, als würden die Hiobsbotschaften nicht abreißen wollen. Laut ifo-Institut ist nämlich kein Ende der Misere in Sicht. Im Gegenteil: Nach den Boomjahren soll der Wohnungsbau auch 2024 mit großer Wahrscheinlichkeit weiter unter Druck stehen. Lässt sich die Negativspirale wirklich nicht durchbrechen?

Die prekäre Lage beleuchtet

Bezahlbarer Wohnraum wird seit einiger Zeit nicht nur in Metropolen wie München oder Hamburg zum echten Luxusgut. Auch in kleineren Städten klagen immer mehr Menschen über extrem gestiegene Lebenshaltungskosten. Viele Faktoren sind dafür verantwortlich. Ein Beispiel dafür stellt der massive Zustrom in urbane Gebiete, aber auch der Mangel an bezahlbarem Bauland dar. Gleichzeitig steigen Preise für Materialien und Arbeitskräfte in schwindelerregende Höhen. Die derzeit geltenden Baunormen sind außerdem streng. Unzählige Immobilienentwickler und Bauunternehmen bringt das schon jetzt an ihre Grenzen. Diese müssen sich daher auf möglichst lukrative Projekte konzentrieren, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Der Bau von Wohnimmobilien gehört jedoch immer seltener dazu. Er ist aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen für Investoren schlicht nicht mehr ausreichend rentabel. Entsprechend dünn ist die Auftragslage – und der Wohnungsbau leidet massiv unter den Konsequenzen.

Welche Maßnahmen die Not im Wohnungsbau lindern könnten

Experten beobachten vor allem seit dem Frühjahr 2022 auffällig viele Auftragsstornierungen im Wohnungsbau. Die eingehenden Neuaufträge können diese Negativentwicklung in den meisten Unternehmen nicht abfedern. So müssen Firmen immer häufiger von ihren Auftragspolstern zehren. Das offensichtliche Problem: Irgendwann sind auch die Ressourcen aus besseren Zeiten aufgebraucht. Finanzierungsschwierigkeiten lassen dann nicht lange auf sich warten. Wenn Projekte für Investoren nicht mehr attraktiv sind und auch immer private Bauleute Probleme bei ihrer Finanzierung haben, braucht es spätestens jetzt zielgerichtete Lösungsansätze. Der Blick auf die düsteren Prognosen für die kommenden Monate unterstreicht diese Dringlichkeit. Eine Mehrheit der Betriebe rechnet nämlich mit einer weiteren Abkühlung ihrer Auftragslage. Im Wohnungsbau sind die Geschäftserwartungen für 2023 und 2024 folglich alles andere als rosig. Die Frage stellt sich unweigerlich: Welche Maßnahmen lindern die Not?

Eine nachhaltige Verbesserung könnte bereits die Vereinfachung von Planungs- und Baugenehmigungsverfahren mit sich bringen. Schließlich ließen sich dank ihr Bauprozesse effektiv beschleunigen. In Folge würde mehr bezahlbarer Wohnraum auch in schwierigen Lagen entstehen. Genauso wichtig wie die Anpassung von Bauverordnungen ist es jedoch auch, attraktive Anreize für Immobilienentwickler zu schaffen. Mit der Rentabilität des sozialen Wohnungsbaus steigt letztlich die Investitionsbereitschaft. Es braucht also umfassende und sorgsam aufeinander abgestimmte Maßnahmen, um die Branche zu entlasten. Diese müssen klar koordiniert werden. Regierungen, Stadtplaner und Bauunternehmen sind somit gefordert, an einem Strang zu ziehen. So können nicht nur individuelle Lösungen für einzelne Unternehmen gefunden werden. Vielmehr profitiert der gesamte Wohnungsbau und damit auch die Gesellschaft als Ganzes von den Maßnahmen.

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