1. Startseite
  2. Allgemein
  3. Die Wohnungskrise verschärft sich: Eine dramatische Entwicklung

Die Wohnungskrise verschärft sich: Eine dramatische Entwicklung

Wohnungskriese verschärft sich
Autorenbild
Autorenbild

Christoph Doering

Immobilienmakler

Letztes Update: 21. März 2024

Lesedauer: 4 Minuten

Die Situation auf dem deutschen Wohnungsmarkt ist angespannt wie nie: Menschen suchen händeringend nach bezahlbarem Wohnraum – insbesondere in deutschen Großstädten. Doch die Wohnungskrise verschärft sich stets: Zwar sind die Immobilienpreise im letzten Jahren gesunken, die Mietpreise jedoch in den meisten deutschen Großstädten weiterhin gestiegen. Nun drohen der Baubranche Personalabbau und massive Einschränkungen von Kapazitäten.

2023 mehr als 700.000 fehlende Wohnungen

Im Jahr 2023 herrscht akute Wohnungsnot in Deutschland: Mehr als 700.000 Wohnungen fehlen, insbesondere Sozial-Wohnungen. In deutschen Großstädten steigen die Mieten ins Unermessliche. Im Jahr 2024 verschärft sich die Lage weiter, da die Baubranche unter hohen Kosten und Fachkräftemangel leidet. Auch in diesem Jahr werden viel weniger Wohnungen bereitgestellt als benötigt und die Wohnungsnot wird größer. Der Boom der Wohnungsbaubranche ist mindestens seit Anfang der 1990er Jahre vorbei. Seitdem sprechen Experten wie Dirk Salweski (Bundesverband Freier Immobilienunternehmer) sogar von einem Niedergang der Bauwirtschaft. Doch worin liegen die Ursachen der dramatischen Entwicklung der Wohnungskrise?

Die Anfänge der Wohnungskrise

Bereits seit Jahrzehnten hinkt der Wohnungsbau in Deutschland hinter dem starken Bevölkerungswachstum hinterher. Seinen Ursprung nimmt dieser Umstand in den Jahren 1975 bis 1985: Während dieser Zeitspanne verzeichneten Experten eine immense Abnahme der Bevölkerung in Deutschland. Daraufhin gingen Demografen davon aus, dass die Bevölkerung in den kommenden Jahren schrumpfen wird, woraufhin sowohl der private als auch der öffentlich geförderte Wohnungsbau stark zurückging. Doch ab 1985 wird wieder ein Bevölkerungswachstum verzeichnet, welches bis heute anhält. Zudem wurde nach der Wende, Anfang der 1990er, der soziale Wohnungsbau weitgehend eingestellt.

Wieso die Wohnungskrise sich weiterhin verschärft

Zu den Hauptgründen der immensen Wohnungsnot in Deutschland zählen also unter anderem der in der Bevölkerungsentwicklung stark hinterherhinkende Wohnungsbau, komplexe Baustandards, die Zweckentfremdung von Wohnungen, der Trend zum Singlehaushalt sowie der Rückgang des Sozialwohnungsbestands.

Zudem leidet die Baubranche in der heutigen Zeit unter Fachkräftemangel und hohen Kosten, weswegen auch im Jahr 2024 viel weniger Wohnungen gebaut werden als benötigt. Seit 2020 findet zudem eine kontinuierliche Steigung der eigentlichen Baukosten und der Kreditzinsen statt, die aktuellen Haushaltskürzungen der Ampel-Koalition sowie der unstete Kurs der Bundesförderprogramme in den letzten Jahren tragen ebenfalls zur Verschärfung der Wohnungskrise bei. Darüber hinaus führen Baufirmen und -fachleute neue Verschärfungen der Bauvorschriften und ausufernde Bürokratie als Ursachen an.

Wie die dramatische Entwicklung stoppen?

Bauindustrie-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller betont, dass nun alles daran gesetzt werden müsse, um einen massiven Absturz des Baugewerbes zu verhindern: Dieser sei sowohl für die Wohnungsbaubranche als auch für den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft dramatisch.

Die Bundesregierung plant daher eine Ankurbelung des lahmenden Wohnungsbaus durch weniger strenge Vorgaben des Staates für Neubauten. Der sogenannte EH-40-Standard zur Dämmung von Häusern könnte daher zeitlich befristet aufgehoben werden. Außerdem plant die Ampel-Regierung bessere Abschreibungsmöglichkeiten und ein neues Förderprogramm mit zinsgünstigen Baukrediten für Familien.

Wichtige Themen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

Rufen Sie uns an