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Wohneigentum: So viel Eigenkapital ist beim Immobilienkauf sinnvoll

Wohneigentum Eigenkapital Immobilienfinanzierung
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Christoph Doering

Immobilienmakler

Letztes Update: 22. Dezember 2023

Lesedauer: 4 Minuten

Sollten Sie planen, eine Immobilie zu erwerben, benötigen Sie zur Finanzierung Eigenkapital. Das ist eine finanzielle Belastung, die oft nicht ohne Fremdkapital zu bewältigen ist. Das Investieren Ihres Eigenkapitals beeinflusst unter anderem die Höhe Ihres Darlehens und des Zinssatzes, denn je höher es ausfällt, desto größer ist die Sicherheit für den Kreditgeber, dass die Raten des Darlehens beglichen werden können. Dadurch müssen Kreditnehmer oft auch weniger Zinsen zahlen, je höher das Eigenkapital ist. Deshalb ist eine gute Planung der Finanzen und Rücklagen lohnenswert. Doch wie viel Vermögen sollten Sie für die Finanzierung des Eigenheims eigentlich einplanen und können Sie ein Haus auch ohne Erspartes erwerben?

Wie ermitteln Sie Ihr Eigenkapital?

Ihre finanzielle Lage und Ihre Möglichkeiten sollten Sie noch vor der Suche einer Immobilie überprüfen. Stellen Sie sich die Frage, ob Ihr Eigenkapital ausreicht, um einen Baukredit zu bezahlen. Ermitteln Sie außerdem, welche Kreditsumme mit Ihrem Eigenkapital finanzierbar ist. Dazu ist es zunächst einmal sinnvoll, sich eine Übersicht über Ihre Finanzen zu verschaffen. Ermitteln Sie Ihr verfügbares Eigenkapital, aber denken Sie auf jeden Fall daran, dass Sie nicht Ihr gesamtes Vermögen für den Kauf der Immobilie einsetzen. Besser ist es, wenn Sie sich einige Rücklagen für unvorhersehbare Ausgaben sichern.

Stellen Sie im ersten Schritt Ihre Einnahmen und Ausgaben gegenüber, um die monatliche Liquidität zu ermitteln. Vergessen Sie dabei nicht die Sparrate. Experten raten dazu, ca. 35 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens der Familie einzuplanen. Des Weiteren sollten Sie sich Ihre fortlaufenden Ersparnisse ansehen, um so die Höhe der maximal möglichen Kreditrate pro Jahr herauszubekommen. Auch die Banken überprüfen, wie viel ihre Kunden monatlich sparen, weil sie davon ausgehen, dass das auch in Zukunft so sein wird und damit die Sicherheit für die Banken steigt.

Sobald Sie erst einmal einen realistischen Überblick über Ihr Eigenkapital besitzen, können Sie auch gut einschätzen, welche Immobilien Sie sich mit Ihrem Einkommen und Ihren Ersparnissen leisten können. Sollten Sie dennoch unsicher sein, können Sie zur zusätzlichen Rückversicherung noch ein paar unterschiedliche Szenarien durchspielen, um herauszufinden, dass Sie wirklich genügend finanzielle Rücklagen haben.

Wie viel Eigenkapital sollten Sie einplanen?

Experten empfehlen, dass ca. 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten für den Erwerb Ihrer Immobilie durch Ihr Eigenkapital abgedeckt werden sollte. Diese Zahlen können in manchen Fällen auch niedriger sein. Beispielsweise, wenn Sie über ein sehr hohes monatliches Einkommen oder andere Sicherheiten verfügen. Es gilt, dass je höher Ihr eigener Anteil an der Finanzierung ist, desto weniger Kredit müssen Sie für die Finanzierung aufnehmen. Das vermindert wiederum die Kosten für die Gesamtfinanzierung. Verfügen Sie über viel Eigenkapital und können Sie einen entsprechend hohen Anteil an die Finanzierung der Immobilie abtreten, bedeutet das für Sie auch mehr Sicherheit. Es vermindert die Gefahr von Zahlungsausfällen und Sie profitieren von niedrigeren Zinsen.

Was zählt alles zu Ihrem Eigenkapital?

Um sich einen guten Überblick über Ihr Eigenkapital zu verschaffen, ist es nötig, einen ehrlichen Kassensturz zu machen. Allerdings sollten Sie auch wissen, dass zum Eigenkapital mehr zählt als nur das Nettoeinkommen und Ihre fortlaufenden Ersparnisse. Auch die folgenden Werte werden häufig von Kreditgebern anerkannt:

  • Bargeld
  • Geldanlagen in Form von Wertpapieren
  • Lebensversicherungen
  • Immobilien oder Baugrundstücke
  • Eigenleistung (z.B. Tapezieren oder das Erneuern von Bodenbelägen) als Eigenkapital geltend machen

Ist der Immobilienkauf ohne Eigenkapital möglich?

Die meisten Kreditinstitute erwarten, dass Sie beim Erwerb einer Immobilie zumindest die zusätzlich zum Kaufpreis entstehenden Kaufnebenkosten übernehmen. Diese können bis zu 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Dennoch ist es auch möglich, eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital abzuschließen. Allerdings trägt diese Methode ein hohes Risiko, was daran liegt, dass eine Vollfinanzierung über einen langen Zeitraum läuft und die Zinsen und Tilgungen entsprechend hoch ausfallen. Dadurch steigen auch die Kosten für Sie.

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