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EZB in der Zwickmühle: Droht der Absturz am Immobilienmarkt?

EZB-Immobilienpreise
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Christoph Doering

Immobilienmakler

Letztes Update: 21. Dezember 2023

Lesedauer: 4 Minuten

Seit dem Beginn der verstärkten Inflation in Deutschland und Europa sieht sich die EZB, die europäische Zentralbank, vor allem mit der Hürde konfrontiert, jene wieder zu senken und die Preise stabil zu halten. Es sind vor allem die Zinsen, die dabei eine wichtige Rolle spielen, da sie überschüssiges Kapital aus dem System ziehen. Auswirkungen hat die Veränderung in der Zinspolitik der EZB dabei nicht nur auf wirtschaftlich gefährdete Länder in Italien – auch der Immobilienmarkt könnte unter den Veränderungen eine neue Krise erleben.

Die Probleme mit den steigenden Zinsen durch die EZB

Die Kontrolle über die Leitzinsen in der Euro-Zone gehört zu den wichtigsten Aufgaben und Werkzeugen der EZB und spielt natürlich gerade in Zeiten von wirtschaftlichen Problemen eine wichtige Rolle. Als die Inflation den europäischen Wirtschaftsraum mit voller Härte traf, war eine der ersten Reaktionen, der langsame Anstieg der Leitzinsen in Europa. Dass man es sich bei der EZB durchaus schwer macht, liegt auch an der Gesamtsituation in einigen Euro-Ländern. Für die Staaten wird es teurer sich Geld zu leihen, das belastet die ohnehin nach der Corona-Pandemie angespannten Haushalte.

Steigende Preisen bei Staatsanleihen und allgemein steigende Zinsen auf Kredite und Darlehen haben aber nicht nur auf die Staatshaushalte direkte Auswirkungen. Dispo-Zinsen steigen, die Zinsbelastungen bei der Aufnahme von Kleinkrediten erhöhen sich spürbar und entsprechend werden solche Produkte auch für den Endverbraucher teuer. Noch deutlicher wird es am Immobilienmarkt. Viele der Zinsen sind an andere Produkte geknüpft und haben seit Januar einen stetigen Anstieg verzeichnet. Das verteuert die Aufnahme oder Umfinanzierung von Immobilienkrediten und ist damit sowohl für institutionelle Anleger als auch für die Endkunden ein Problem.

Dazu kommt eine generelle Unsicherheit auf den Märkten. Nach den Problemen mit einigen Banken im US-Bereich und dem Beinahe-Crash der prestigeträchtigen Credit Suisse in der Schweiz ist eine starke Vorsicht auf den Märkten zu bemerken. Für den Moment scheint die Krise gelöst zu sein, die Märkte verhalten sich aber stark volatil.

Könnte es zu einer Blase in den Immobilienmärkten Europas kommen?

Nachdem die Preise für Immobilien in vielen Teilen Europas seit der Finanzkrise 2008 beständig und stark angestiegen sind, bemerken Analysten bereits jetzt einen verstärkten Rückgang in vielen Gebieten des Kontinents. Experten stellen hier also die berechtigte Frage, ob es sich am Ende nicht doch um eine Blase gehandelt haben könnte. Mit dem Verlust der Werte ihrer Immobilien und einem stark rückläufigen Käufermarkt könnten die Besitzer der Immobilien nervös werden. Gleichzeitig erhöht sich ihre Zinsbelastung durch teure Kredite – ein Teufelskreis, der schließlich im schlimmsten Fall zu einem Zusammenbruch am Markt führen könnte.

Noch sind die Analysen eher vorsichtig. Allerdings hatte die EZB selbst bereits im letzten Jahr vor einer Krisenanfälligkeit des Immobilienmarktes in vielen Ländern gewarnt. Damit befindet sie sich nun in der Zwickmühle, dass sie auf der einen Seite weiter die Inflation bekämpfen muss, auf der anderen Seite jedoch darauf achten muss, durch steigende Zinsen keine anderen Effekte auszulösen. Das ist die große Herausforderung, vor die EZB und die Märkte jetzt stehen.

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