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Grunderwerbssteuer: Pläne zur Reform durch Lindner-Entwurf

Grundsteuerreform
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Christoph Doering

Immobilienmakler

Letztes Update: 21. Dezember 2023

Lesedauer: 5 Minuten

Bundesfinanzminister Christian Lindner möchte den Kauf einer eigenen Immobilie erleichtern. Für den Kauf von selbst genutztem Wohneigentum soll demnach die Grunderwerbsteuer teilwiese oder komplett entfallen können. Auch die Regelungen zu Share Deals sollen angepasst werden. Ein erstes Diskussionspapier liegt den Ländern zur Beratung bereits vor.

Wohnraum soll finanzierbar bleiben

Nicht nur die Immobilienpreise und Zinsen sind stark gestiegen. Auch die Grunderwerbssteuer wurde in den letzten Jahren in den meisten Ländern erhöht. Diese fällt einmalig beim Kauf einer Immobilie an und zählt zu den Kaufnebenkosten. Je nach Bundesland liegt diese zwischen 3,5% und 6,5%. Das belastet Käufer zusätzlich und viele schrecken aufgrund der hohen Preise vor einem Hauskauf zurück. Der Bundesfinanzminister will den Ländern nun die Möglichkeit eröffnen Käufern von selbst genutzten Immobilien einen ermäßigten Steuersatz anzubieten oder ihn auf einen Freibetrag zu begrenzen. Das soll Käufer entlasten und Anreize zum Hauskauf schaffen. Gleichzeitig soll der Verkauf von Anteilen an Immobiliengesellschaften strikter geregelt werden und damit mehr Geld in die Kassen spülen.

Große Unterschiede in den Bundesländern

Die Nebenkosten eines Haus- oder Wohnungskaufs, wie etwa Notar, Grundbucheintrag und eben die Grunderwerbssteuer wirken sich nicht wertsteigernd auf die Immobile aus und sind bei einem möglichen Verkauf verloren. Eine hohe Steuerbelastung bedeutet für viele Käufer auch weniger Eigenkapital, was sich wiederum auf die Finanzierungszinsen auswirken kann. Die unterschiedlichen Steuersätze können bei den anfallenden Kosten einen großen Unterschied machen und mehrere tausend Euro ausmachen. Für eine Immobilie mit 300.000 € Kaufpreis fallen in Bayern 3,5% bzw. 10.500 € Grunderwerbssteuer an. Beim gleichen Immobilienpreis zahlt man in Schleswig-Holstein bereits 6,5% bzw. 19.500 €. Eine Studie des Instituts für Weltwirtschaft Kiel zeigt, dass mehr Wohnungen gebaut werden, wenn die Steuerlast vergleichsweise niedrig ist. Selbst die Mehreinnahmen der Länder durch höhere Steuersätze reichen der Studie nach nicht aus, um so viel staatlichen Wohnbau zu finanzieren wie er privatwirtschaftlich verloren geht.

Kritik kommt aus den Ländern

Scheitern könnte Lindners Entwurf allerdings am Widerstand der Länder. Denn die Grunderwerbssteuer ist eine Ländersteuer und kann in ihrer Höhe frei bestimmt werden. Die Einnahmen beliefen sich 2022 auf rund 17 Milliarden Euro. Ohne die Zustimmung der Länder hat der Reformvorschlag jedoch geringe Erfolgsaussichten. Allein Bayern stimmt den Reformplänen zu. Als einziges Bundesland hat Bayern seine Grunderwerbssteuer in den letzten nicht erhöht. Ob und wann mit einer Absenkung oder gänzlichen Abschaffung der Grunderwerbsteuer zu rechnen ist, kann man derzeit noch nicht sagen. Haus- und Wohnungskäufer müssen die Abgabe also weiter in ihre Finanzplanung mit einbeziehen.

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