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Stadtflucht: Die Nachfrage nach Häusern im Umland steigt weiter

Stadtflucht
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Christoph Doering

Immobilienmakler

Letztes Update: 21. Dezember 2023

Lesedauer: 4 Minuten

Die Wohnkosten übersteigen schon längst bei vielen Menschen mehr als ein Drittel ihres Einkommens. Mieten, Mietnebenkosten oder die Tilgungsraten und Zinsen sind zu einer kritischen Größe geworden, gerade wenn es um das Wohnen in einem Ballungszentrum geht. In der Konsequenz weichen immer mehr Mieter und Wohneigentümer auf das nähere Umland aus. Beispielsweise ist in München und Köln in den letzten fünf Jahren eine Verdoppelung bei Neubauten innerhalb eines 40-Minuten-Radius zu registrieren. Der Platz für neue Häuser hält sich in vielen Städten flächenbedingt in Grenzen, entsprechend hoch sind die Grundstückspreise. Anders auf dem Land, vor den Toren der Stadt lassen sich noch erschwingliche Grundstücke finden. Doch auch solventere Hauseigentümer werden mit hochpreisigen Neubaugebieten in die Vororte der Städte gelockt.

Das Zeitalter der Digitalisierung fördert die Stadtflucht

Die Aspekte Digitalisierung und Homeoffice tragen zu der Entwicklung bei, die immer mehr Menschen auf das Land zieht. In welchem Umfang zukünftig Arbeit in das Homeoffice verlegt wird, darüber sind sich die Experten noch nicht einig. Dass Arbeiten im eigenen Zuhause und ortsunabhängig jedoch an immer größerer Bedeutung zunimmt, darüber lässt sich schon längst nicht mehr streiten. Große und internationale Unternehmen haben bereits verlauten lassen, ihren Mitarbeitern in der Zukunft wöchentlich mindestens zwei oder drei Tage Homeoffice anzubieten. Die Option, von Zuhause aus zu arbeiten, eröffnet für viele Menschen ganz neue Möglichkeiten des Wohnens. Sprachen wir also in Zeiten der Industrialisierung noch von der Landflucht, lässt sich in den heutigen Zeiten der Digitalisierung eine Stadtflucht beobachten.

Bei etwas gestiegenen Zinsen bleiben die Baukosten moderat

Die Kaufanfragen für Häuser und Wohnungen sind in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Durchschnittlich betrug der jährliche Zuwachs in etwa fünf Prozent, bei Häusern sogar etwas höher. Die neue Zinspolitik der Europäischen Zentralbank hat zu höheren Zinsen bei der Kreditvergabe geführt. Gleichzeitig hat der Staat zahlreiche Programme zur Bauförderung aufgesetzt, die zukünftigen Wohneigentümer ihr Bauvorhaben erleichtern sollen. Nachdem in den letzten Jahrzehnten die Baukosten immer weiter gestiegen sind, aufgrund von immer mehr Anforderungen an Neubauten, scheint aktuell der Trend zu immer höheren Preisen gebrochen zu sein.

Investitionen in die Infrastruktur erhöhen die ländliche Attraktivität

Gerade die Nachfrage rund um den „Speckgürtel“ einer Metropole nimmt stetig zu. Der Ausbau der örtlichen Infrastruktur, ein konsequenter Mobilitätsausbau und eine zunehmende Digitalisierung von Verwaltung und Dienstleistung sind Gründe, welche für die Landflucht sprechen. Im Bereich der Neubauten wird der Trend allen Prognosen nach weiter zunehmen. Die Versprechungen der neuen Bundesregierung lassen Hoffnungen erwecken, wenn von einem wachsenden Bürokratieabbau die Rede ist. Denn dies wird langfristig die Baukosten senken, was wiederum zu einer höheren Nachfrage führen wird.

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