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Teure Sanierung: Immobilienbesitzer stehen vor großen Entscheidungen

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Christoph Doering

Immobilienmakler

Letztes Update: 21. Dezember 2023

Lesedauer: 9 Minuten

Nicht nur die Mietpreise in Deutschland steigen in unermessliche Höhen. Rohstoffe und Materialien für den Bau und Sanierungen kommen mit bisher ungeahnten Kosten. Immobilienbesitzer stehen deshalb nun vor der großen Entscheidung: teure Sanierung oder ertragreicherer Verkauf?

Neue EU-Verordnung sorgt für Verzweiflung bei Immobilienbesitzern

Im Frühjahr gab das EU-Parlament grünes Licht für eine Verordnung, welche eine Zwangssanierung von Wohngebäuden vorsieht. Der sogenannte „Green Deal“ soll Europa bis zum Jahr 2050 in einen klimaneutralen Kontinent verwandeln. Ziel der neuesten Vorschrift durch die EU-Kommission ist eine Verringerung des Energiebedarfs sowie der Treibhausgasemissionen innerhalb der EU. Die anstehenden Sanierungen von vor allem älteren Gebäuden sollen dafür sorgen, dass aus der Kombination einer besseren Dämmung und einer modernen Heizung allgemein weniger Energiebedarf entsteht.

Obwohl die Verordnung durch die EU-Kommission beschlossen wurde, treten Immobilienbesitzer als Leidtragende hervor. Die notwendigen Sanierungsarbeiten müssen trotz steigender Rohstoff- und Materialienpreise eigenständig finanziert werden. Folglich tritt eine große finanzielle Herausforderung auf, welche es sich zu stellen gilt.

Individueller Sanierungsbedarf

Welche Sanierungsarbeiten genau gefördert werden, ist noch nicht bekannt. Dennoch müssen sämtliche Immobilienbesitzer in Deutschland darauf achten, dass der Energiebedarf der Gebäude durch die Verbesserungen beziehungsweise Erneuerungen gesenkt wird. Hierzu zählt unter anderem der Austausch von Fenstern, eine neue Dämmung von Fassaden oder Solaranlagen am Dach. Um die Energieeffizienz beurteilen zu können, soll zudem eine Energieeffizienzklassifizierung mit einer Skala von „A“ bis „G“ eingeführt werden. Bis 2030 sollen alle Wohngebäude mindestens Stufe „E“ und bis 2033 Stufe „D“ erreichen. Gleichzeitig ist geplant, dass Neubauten ab 2028 keine zusätzlichen Treibhausgase ausstoßen dürfen.

Welches Gebäude in welcher Klasse eingeordnet wird, hängt letztendlich vom Gebäudezustand jeweiligen Land ab. Folglich ist die Skala nicht europaweit genormt, sodass sich durchaus Unterschiede ergeben können. Für Deutschland soll eine Energieeffizienzskala bis zur Klasse „H“ gelten. Gebäude in dieser Einstufung besitzen enormen Nachholbedarf in Bezug auf generelle Sanierung wie Dämmung und Energieeinsparung.

Dramatischer Wertverlust möglich

Von der Zwangssanierung sind hauptsächlich ältere Gebäude im EU-Raum betroffen. Bei diesen könne ein dramatischer Wertverlust eintreten, wenn diese nicht mehr der aktuellen Verordnung entsprechen und nicht mehr saniert werden. Die EU-Kommission zeigt sich dennoch davon überzeugt, dass sich die anstehenden Gebäuderenovierungen auf lange Sicht auszahlen, da weniger Energieverbrauch und dementsprechend geringere Energiekosten auftreten. Für rund sechs bis acht Millionen Häuser und Immobilienbesitzer in Deutschland bedeutet diese Ansicht gleichzeitig, dass teure Sanierungen unausweichlich scheinen.

Enorme Kosten für Zwangssanierungen

Welche Kosten exakt für die Sanierungsarbeiten eines Altgebäudes auftreten, lässt sich nicht pauschal sagen. Berechnungen zufolge dürfte eine einzige Sanierung im sechsstelligen Bereich anzusetzen sein. Somit müssen Immobilienbesitzer rund 100.000 Euro investieren, um die Gebäude EU-konform zu machen. Wie hoch die tatsächlichen Kosten für ein einziges Gebäude sind, lässt sich erst nach einer ausführlichen Begutachtung feststellen. Zum Teil kann der Sanierungsaufwand sogar weit über 300.000 Euro betragen. Für ganz Deutschland bedeutet diese Aufrechnung Umbaukosten von rund 254 Milliarden Euro.

Ein kleiner Trost für alle Immobilienbesitzer gestaltet sich anhand einer Förderung mit Geldern aus EU-Töpfen. Die exakte Höhe der Förderung ist bisher nicht bekannt. Ende 2021 ließ die Kommission allerdings verlautbaren, dass bis Ende 2030 Förderungen von bis zu 150 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden sollen.

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